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Wilhelm Weil, Geisenheimer Absolvent von 1987.

Im Jahre 1868 erwarb Dr. Robert Weil einen kleinen Weinbergsanteil in Kiedrich und ließ sich wenige Jahre später dort nieder, um den Besitz auszudehnen und ein Weingut zu gründen. Sein Erfolg gründete auf Visionen und unternehmerischem Wagemut.

 

Diese Eigenschaften besitzt auch sein Urenkel Wilhelm Weil, der heute das altrenommierte Gut in vierter Generation leitet. In den neunziger Jahren katapultierte er das Unternehmen in die Spitzenliga deutscher Weingüter. Die Liste von Auszeichnungen für das Weingut Robert Weil ist lang.

 

Als mittlerweile dritter "Homo geisenheimensis" stellte sich Wilhelm Weil in unserer dritten Ausgabe der "Geisenheim Alumni" im Februar 2003 unseren Fragen. Wir haben uns dabei von dem folgenden Fragebogen, den der Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben gleich zweimal ausfüllte und in der Vergangenheit ein beliebtes Gesellschaftsspiel war, inspirieren lassen. Wir führen dieses Spiel – leicht verändert – weiter: heitere und heikle Fragen als Herausforderung an Geist und Witz.

Wo möchten sie leben? Auf Château Margaux, bei den Rebstöcken des Chambertin, am Kiedricher Gräfenberg.
Was ist für sie das vollkommene irdische Glück? Dankbarer, zufriedener Rückblick - und immer ein volles Weinglas!
Was ist für sie das größte Unglück? ... ein leeres Weinglas!
Welchen Fehler entschuldigen sie am ehesten? Die eingestandenen Fehler.
Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte? Die Anführer der aufständigen Rheingauer Winzer im Bauernkrieg, die im Mai 1525 das Grosse Fass (70.000 Liter) im Kloster Eberbach leer tranken - welch' revolutionärer Akt!
Ihr Lieblingsfachbuch? Das Rheingauer Telefonbuch.
Ihr Lieblingswein? Der eigenständige, ehrliche Wein, vom guten Alltagswein bis zum Spitzengewächs
Ihr(e) Lieblingsschriftsteller(in)? Auf jeden Fall all diejenigen, die ihre Protagonisten auch Weinflaschen entkorken lassen und gutes Essen ins Werk setzen.
Ihre Helden in der Wirklichkeit? Die Chefs und ihre Brigaden der neuen deutschen Küche und alle selbstbewusst „dienenden" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gastronomie.
Ihre Lieblingsrebsorte? Zuallererst Riesling als Wachauer, Pfälzer, Rheingauer, Nahe- und insbesondere Mosel-Saar-Ruwer-Riesling; aber ampelographisch bin ich nicht immer treu.
Ihr Lieblingsobst? ... die süßen Früchte!
Ihre Lieblingsblume? Die Vielfalt der Blumen in ihrer Jahreszeit und jederzeit die „Blume des Weines".
Ihre Lieblingsbeschäftigung? Sollen das die Leser wirklich erfahren? - vor allem aber Spät-lesen
Ihr Hauptcharakterzug? Absolute Beharrlichkeit, wenn es das Ziel erfordert; sehr entspannt, wenn das Ziel erreicht ist.
Ihr größter Fehler? Kein Ziel einmal außer acht lassen zu können.
Was möchten sie sein? Ich bin und bleibe mit Freude Riesling-Winzer im Rheingau, denn ich bin mit meiner Profession und meinen Möglichkeiten des Lebens mehr als zufrieden.
Ihre Lieblingsfarbe? Himmelblau oder das Gold-Gelb-Grün des Rieslings.
Ihr(e) Lieblingsnaturwissenschaftler(in)? Der erste und genialste Naturwissenschaftler; der liebe Gott.
Was verabscheuen sie am meisten? All das, was den Menschen im kleinen und großen das Leben unnütz beschwert.
Welche Reform bewundern sie am meisten? Die EG-Norm für Apfel- und Spargelgrößen.
Welche natürliche Gabe möchten sie besitzen? Wenigstens zum Herbst und zu der Weinlese hin mit dem Wetter sprechen zu können.
Warum haben sie diesen Beruf gewählt? Auch aus Verantwortung gegenüber den Generationen vor mir, die dieses Weingut aufgebaut haben, vor allem aber, weil eine Tätigkeit für den Wein im Kontakt mit dem Produkt und den Menschen so vielseitig sein kann.
Welche drei Dinge würden sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Drei ganz liebe Menschen, auf dass es keine einsame Insel mehr sei.
Was bedeutet Geisenheim für sie?? Beste Erinnerungen und viele Freundschaften.

Wilhelm Weil (Betriebsleiter)

Geisenheimer Abschluss 1987

VEG-Mitgliedsnummer 1152

 

www.weingut-robert-weil.com