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Auch in diesem Sommer veranstaltete der BDO eine Ring-Versuchs-Weinprobe.

 

 

 

 

BDO – Ringversuchsprobe 2006, Bad Kreuznach

30. BDO – Ringversuchsprobe 2006

 

Der Bund deutscher Oenologen hatte am 7.7.2006 zur 30. Ringversuchsprobe in das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum ( DLR ) nach Bad Kreuznach eingeladen. In 16 verschiedenen Versuchen wurden insgesamt 45 Proben präsentiert. Die Beurteilung der einzelnen Versuche erfolgte nach dem Platzziffersystem.

Der Präsident des BDO, Herr E. Diesler, begrüßte die Teilnehmer und dankte den Versuchsanstellern und Herrn Bamberger als Gastgeber. Die Moderation der Probe wurde von Herrn W. Heeß vorgenommen.

Bei den weinbaulichen Versuchen präsentierte die FA Geisenheim je ein Probepaar mit verschiedenen Unterlagen bzw. verschiedenen Erziehungsarten. Bei einem Weißburgunder wurde die Variante „Richter 110“ signifikant besser beurteilt als die Variante „125 AA“. Mit einem Traminer wurde bei den Erziehungsarten die Probe „Spalier“ positiver beurteilt als die Probe „Scott-Henry“. Unter dem Thema Maceration und Hefekontakt stellte das DLR Oppenheim einen Müller-Thurgau bzw. einen Riesling vor, wobei jedoch kaum Unterschiede von den Probeteilnehmern festgestellt wurden. Bei einem Hefeversuch, der von dem DLR Bad Kreuznach präsentiert wurde, zeigte sich, dass die schon lang bekannte Hefe „EC 1118“ auch weiterhin ihre Berechtigung hat. Diese Variante wurde eindeutig besser bewertet als die beiden Varianten mit „Zymaflor X 5“ und „Harmony“. Ein Versuch der WZG Möglingen bestätigte, dass ein früher Lesetermin (12.10.) gegenüber einem späten Lesetermin (3.11.) zu UTA neigt. Bei einem Versuch mit dem Thema „Mundfülle“ präsentierte das DLR Bad Kreuznach einen Weißburgunder. Hier zeigte sich die Variante mit einer Maischestandzeit von 24 h bei einem Botrytisanteil von 15% den anderen Varianten (Direktkelterung und 24 h Maischestandzeit) signifikant überlegen. Die FA Geisenheim demonstrierte mit einem Müller-Thurgau einen Pasteurisationsversuch. Hierbei zeigte die Probe mit Pasteurisation eine klare Präferenz. Der Wein zeigte deutlich mehr Frucht.

Die DLR Neustadt präsentierte einen Dornfelder mit verschiedenen Ertragsregulierungsmaßnahmen, wobei die Variante „Trauben halbieren“ gegenüber den Varianten „Gibberilinsäure“ und „Triebzahlreduktion“ besser beurteilt wurde. Bei einem Versuch mit Spätburgunder zeigte die LLVA Weinsberg, dass die Varianten „Drucktank mit Druckwechsel“ und „Vinotop“ gegenüber „Taucher“ und „Vinimatik“ signifikant besser beurteilt wurden. Der Badische Winzerkeller zeigte einen Spätburgunder mit unterschiedlichen Gärverfahren. Hier wurden die Maischegärung und die Kaltmaceration von den Probeteilnehmern gegenüber der Maischeerwärmung entschieden besser bewertet. Bei einem Trollinger demonstrierte die WZG Möglingen, dass die Pasteurisation mit „6 min“ den Varianten mit „2 min“ und „4 min“ klar vorzuziehen ist. Bei einem Lembergerversuch von der WZG, wo nach dem BSA zu unterschiedkichen Zeiten die SO2 Gabe erfolgte, konnte kaum ein Unterschied festgestellt werden. Zum Abschluss präsentierte der Badische Winzerkeller einen Cabernet Cortis, Cabernet Carol und eine Cuvée von C.Cortis, C.Carol und C.Carbon. Die Cuvée wurde hier von den Probeteilnehmern eideutig bevorzugt. Die meisten Fachleute dieser Veranstaltung äußerten den Wunsch, dass der BDO-Ringversuch auch in den nächsten Jahren weiter geführt werden soll.

 

(Wolfgang Heeß)

 

 

 

Der Bund Deutscher Oenologen hatte am 8.7.2005 zur Ringversuchsprobe in das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum ( DLR ) nach Bad Kreuznach eingeladen.

 

Herr W. Heeß begrüßte im Namen des Vorstandes des BDO und Herr U. Bamberger im Namen des DLR Bad Kreuznach die Teilnehmer. In 18 verschiedenen Versuchen wurden insgesamt 51 Proben präsentiert. W. Heeß, der die Probe moderierte, zeigte sich erfreut, dass sich neben den verschiedenen Lehr- und Forschungsanstalten auch wieder verstärkt Betriebe der Privatwirtschaft an den BDO-Ringversuchen beteiligten. Die Beurteilung der einzelnen Versuche erfolgte nach der Platzziffermethode.

 

Bei den weinbaulichen Versuchen standen die verschiedenen Maßnahmen der Ertragsregulierung im Vordergrund. Bei einem Silvanerversuch aus dem Jahrgang 2002 und dem gleichen Versuch aus dem Jahrgang 2004 des DLR Oppenheim konnte die Variante „Entblätterung vor der Blüte und Ausdünnung“ signifikant jeweils den ersten Platz belegen, wobei natürlich auch starke Unterschiede im Ertrag auftraten. Bei einem weiteren Versuch des DLR Oppenheim wurde die Konzentrierung mit einer Ausdünnungsmaßnahme und der Variante „15% Mostabzug und 18 h Maischestandzeit“ verglichen. Hier zeigte sich kein klares Ergebnis. Das Fachgebiet Weinbau der Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim präsentierte einen Versuch unterschiedlicher Erziehungsarten ( Spalier, Scott-Henry und Minimalschnitt ). 70% der Probeteilnehmer setzten hier die Variante „Scott-Henry“ auf den ersten Platz. Um den Einfluss erhöhter Bentonitmengen zu überprüfen, zeigte das DLR Oppenheim einen Riesling aus dem Jahre 2004 mit den Zugabemengen von 100, 300 und 450 g/hl Bentonit. Hier zeigte sich kein klares Ergebnis. Da die Variante „450 g/hl“ knapp besser bewertet wurde als die Variante „100 g/hl“, kann zumindest bei diesem Versuch von keiner negativen Beeinflussung durch erhöhte Bentonitmengen berichtet werden. Ein „UTA-Versuch“ durfte natürlich nicht fehlen. Ein Müller-Thurgau 2004 wurde vom DLR Bad Kreuznach mit den Varianten „Sedimentation“, „Maischestandzeit und Sedimentation“ und „Ganztraubenpressung – N2 Flotation“ präsentiert. Hier zeigte sich die Variante „Maischestandzeit und Sedimentation“ den beiden anderen, die auch beide UTA zeigten, signifikant überlegen. Unter der Versuchsfrage „Mouthfeel“ stellte das DLR Bad Kreuznach einen Riesling 2004 mit unterschiedlichen Maischestandzeiten und Kaltmaceration vor. Die Probeteilnehmer konnten jedoch gegenüber der Kontrolle nur unwesentliche Unterschiede feststellen. Bei einem Muskateller 2004 des Weinbauinstitutes Freiburg konnte relativ klar die Qualitätsverbesserung durch Maischestandzeiten von 12 h und 24 h dokumentiert werden. Bei einem Riesling 2004 zeigte das DLR Neustadt, dass die Zugabe von Bakterien für den BSA vor der alkoholischen Gärung ein besseres Ergebnis gegenüber dem Zusatz nach der alkoholischen Gärung bringt. Auch das Schloss Vollrads zeigte einen BSA-Versuch mit Riesling 2004, wobei jedoch zusätzlich zwei unterschiedliche Hefen eingesetzt wurden. Bei der Simultanbeimpfung ( Oenococcus oeni SK3 ) zeigte sich bei der Hefe Oenoform tipico das beste Ergebnis. Die Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg demonstrierte mit einem Schwarzriesling unterschiedliche Formen der Maischeverarbeitung. Hier zeigte sich die Variante „MC mit 40% Maische und 60% Trauben – 2 Tage“ den anderen überlegen. Überraschend war das Ergebnis bei einem Spätburgunder 2004 vom Badischen Winzerkeller. Gegenüber der normalen Maischegärung konnten die Versuchsvarianten „Ganzbeeren“ und „Kaltmaceration Ganzbeeren 4 Tage“ nicht überzeugen und wurden weit weniger gut bewertet. Auch bei einem Spätburgunder 2002 von dem DLR Neustadt wurde die Variante „Kaltmaceration“ nicht besonders gut bewertet. Eine interessante Gegenüberstellung zeigte der Versuch des Badischen Winzerkellers bei einem Spätburgunder 2004 mit den Varianten „Maischegärung“, Maischeerhitzung“ und „Elektroporation“. Bei der Elektroporation werden durch Anlegen eines elektrischen Feldes über Hochspannunspulse die Beerenhautzellen geöffnet. Die drei Versuchsvarianten wurden sehr gleichmäßig bewertet. Bei einem Versuch mit einem Spätburgunder 2004 von dem DLR Oppenheim wurde der Einfluss der Schwefelung sofort nach der Gärung und 2 bzw. 5 Monate danach geprüft. Auch hier konnte keine der Varianten besonders überzeugen. Die WG Durbach präsentierte einen Spätburgunder 2004 mit und ohne Zusatz eines Enzymes bei der Maischeerhitzung. Die Variante mit dem Enzym ( Trenolin Thermo DF ) wurde signifikant besser beurteilt. Zum Abschluss wurde ein Lemberger 2004 von der Württembergischen Zentralgenossenschaft in Möglingen vorgestellt, bei dem die Filtrationsvarianten „KG“, „Zellulose“ und „CMF“ überprüft wurden. Hier gaben die Probeteilnehmer der Variante „KG“ den Vorzug.

 

Nach der Probe dankte Herr Heeß allen Versuchsteilnehmern und auch Herrn Bamberger und seinen Mitarbeitern für die Mithilfe bei der Vorbereitung der Probe. Bei der Diskussion zeigte sich, dass die BDO-Ringversuche weitergeführt werden sollen, da es einen übergebietliche Präsentation in dieser Form nicht gibt.

 

(Wolfgang Heeß)




Wolfgang Heeß