BPS auf der Insel der Gegensätze – Teneriffa | |  | |
Teneriffa ist bekannt für sein ausgeglichenes Klima. Dies hat viele Gartenbaubetriebe, hauptsächlich im Zierpflanzenbereich, dazu bewegt auf Teneriffa zu produzieren. Da auch im Winter die Temperaturen nicht unter 15°C sinken eignet es sich sehr gut für die Mutterpflanzenproduktion. Auch das Unternehmen Grünewald GmbH hat sich vor ungefähr 20 Jahren dazu entschieden auf Teneriffa zu produzieren vor allem aus finanziellen Gründen, die in den Lohn- und Heizkosten zu finden sind. Angesiedelt ist der Betrieb Tenerife Plantas S.L. in Buenavista del Norte am äußeren Nordwestzipfel der Insel.
Tenerife Plantas S.L. produziert nicht nur Mutterpflanzen für Stecklinge, sondern setzt auch Fertigware auf dem spanischen Markt ab. Hauptkulturen sind Petunia-Hybriden, Calibrachoa-Hybriden, Neu-Guinea, Chrysanthemen und Lobelia.
Ein weiterer Bereich ist die Kakteenproduktion, so dass es mir in der ersten Zeit möglich war Aufzucht, Weiterkultivierung und Vermarktung von Kakteen kennen zu lernen. Es fallen dabei Arbeiten wie Pikieren, Topfen, Ausstellen und Unkraut jäten an. Eine sehr unliebsame Arbeit ist das Entfernen von Unkraut, trotz dicker Handschuhe und Pinzette blieben die Hände von dem einen oder anderen Dorn nicht verschont.
Besonders wichtig für einen Jungpflanzenbetrieb ist die Qualitätssicherung der Stecklinge. Das bedeutet der Kunde verlangt 100% virus- und schädlingsfreie Stecklinge, um dies gewährleisten zu können, ist ein absolut virus- und schädlingsfreier Mutterpflanzenbestand notwendig. Am Standort werden im eigenen Labor In-vitro-Pflanzen kultiviert, die zum Aufbau des Mutterpflanzenbestandes dienen. Anfang Juni wurde das neue Elitehaus in Betrieb genommen und so ergab sich für mich die Möglichkeit während meiner restlichen 10 Wochen die Betreuung dessen zu übernehmen, und lernte Aufgabenbereiche eines Diplom-Ingenieurs des Gartenbau kennen. Meine Hauptaufgabe bestand im Adaptieren der In-vitro-Pflanzen, wie auch alle weiteren Kulturmaßnahmen an der Pflanze. Dies beinhaltete das Besprühen, Gießen, Düngen, Stutzen sowie die Schädlingskontrolle.
Eine weitere sehr zeitintensive Arbeit, war der Aufbau des Mutterpflanzenbestandes für die kommende Saison. Hierzu mussten in regelmäßigen Abständen Stecklinge von den Elite-Mutterpflanzen geschnitten und gesteckt werden.
Neben der Arbeit habe ich auch Zeit gefunden mir die schönen Plätze der Insel anzuschauen und die bekannten spanischen Fiestas kennen zu lernen. So gehört die Flora von Teneriffa und auch den übrigen Kanarischen Inseln zu einem der schönsten Erlebnisse, das die Insel zu bieten hat und es können immer wieder neue Entdeckungen gemacht werden. Auf Grund der vielen Höhenstufen Teneriffas, ist von der Küste bis in die Hochgebirgsregionen auf wenigen km², eine Vielfalt verschiedenster Pflanzenarten anzutreffen. So wachsen an der Küste neben der Kanarischen Palme auch Agaven, Aloe vera, Euphorbien und Kakteen. In den höheren Zonen sind ausgeprägte Kiefern- und Lorbeerwälder zu finden, mit zunehmender Höhe geht die Waldzone in die der Sträucher über.
Die vielen neuen Erfahrungen und Eindrücke, die ich während meines Praktikums auf Teneriffa sammeln konnte, möchte ich nicht mehr missen. Neben der einzigartigen Pflanzenvegetation war es auch interessant andere Lebensweisen und Einstellungen kennen zu lernen. Ein BPS im Ausland ist jedem zu empfehlen, der sich gerne auf neue Situationen und Kulturen einlässt. Diese Erfahrung ist für die weitere berufliche und private Orientierung eine Bereicherung.
Nancy Daiß | |