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Vom Studium in die Praxis: Petra Bittkau (Landespflege)



Dipl.-Ing. Landespflege Petra Bittkau

 

Zur Person:

Petra Bittkau

geboren in Geisenheim-Johannisberg: 1958

Schülerin in Geisenheim: 1965 - 76

Studentin in Geisenheim: 1985 - 1989

Lehrbeauftragte in Geisenheim: seit 1994

Dipl.-Ing. (FH) freischaffende LandschaftsArchitektin in Wiesbaden: seit 1993

 

Mitinhaberin des Planungsbüros für FreiraumArchitektur, Landschafts- und Umweltplanung Die LandschaftsArchitekten - Bittkau – Bartfelder + Ingenieure in Wiesbaden.

 

13 JAHRE NACH DEM DIPLOM EIN ERSTER VORSICHTIGER RÜCKBLICK

 

UND SO FING ALLES AN......

 

Die erste Einladung zu einer Studentenfete in Geisenheim. Auf dem Klingelschild stehen fünf Namen. DIE LANDESPFLEGER-WG.

 

Der Anlass für die Fete: endlich haben alle in der WG den Mathe-Schein! In jedem Zimmer ein riesiges Zeichenbrett, Pläne, Fotos von Gärten, Parks und Plätzen....... und alle noch am Zeichnen – Morgen ist Abgabe: Prof. Schulz – öffentliche Grünanlage M. 1:500!

 

„Kannst Du gut Bäume zeichnen ?“

„Mmmh, weiß nicht,...?“

„Oh, sieht gut aus. Bitte überall dahin wo die kleinen Kreuzchen sind. Dann werd’ ich heut’ doch noch fertig und kann mitfeiern, prima!“, so der damalige „noch nicht“ Kommilitone.

...,meine ersten 11 Bäume !

 

EINE WOCHE SPÄTER: Studienberatung der FH Wiesbaden - Studiengang Gartenbau und Landespflege- Standort Geisenheim bei Prof. Joachim Schulz. Er hat mich überzeugt hier in Geisenheim Landespflege zu studieren.

VORAUSSETZUNGEN: zwölf Monate Praktikum im Garten- und Landschaftsbau davon vor Beginn des Studiums mind. acht Monate. Erforderlicher Notendurchschnitt 1,7–2,2. Bewerbung über die ZVS.

 

Die Wunschnote für das Abitur erfüllt sich nicht, so wird aus dem Praktikum eine Lehre im Garten- und Landschaftsbau, gefolgt von einem Praktikum in einem renommierten Landschaftsarchitekturbüro in Wiesbaden.

 

DAS STUDIUM - nun endlich.

 

DIE ERKENNTNIS – es ist der Traumberuf.

Doch diese Bestätigung lässt noch bis nach dem Grundstudium (es geht auch hier wieder um den besagten Mathe-Schein...) auf sich warten.

In den Semesterferien immer wieder Praktika bei LandschaftsArchitekten. - Die Pflicht und die Kür - Im Rahmen der studentischen Seminararbeiten erste Wettbewerbe und erste Erfolge - z.B. Schaugärten Bundesgartenschau Frankfurt. Die Presse berichtet - daraus resultiert der erste Auftrag noch während des Studiums – ein Privatgarten in Wiesbaden - 800 m².

 

DIE DIPLOMARBEIT

 

Die ersten (z.T. heimlichen) Begegnungen in Jugend und Kindheit mit Gärten und Parks hinter Mauern, wie VILLA MUMM, SCHLOSS JOHANNISBERG, SCHLOSS HANSENBERG,.... IN GEISENHEIM haben Zeichen gesetzt. Die Wahl ist getroffen: DIE GARTENDENKMALPFLEGERISCHE REKONSTRUKTION VON SCHLOSS VOLLRADS.

 

Abgabe der Diplomarbeit, dann das Diplom, dann Bewerbungen schreiben? Nein!

Der Übergang in den Beruf ist nahezu fließend. Nach Abgabe der Diplomarbeit Beschäftigung als studentische Hilfskraft in einem Wiesbadener Büro für LandschaftsArchitektur, dienstags zur mündlichen Prüfung. Montag wieder im Büro – jetzt als Diplom-Ingenieur der Landespflege. Endlich !!!!

 

Nach fünf Jahren freier Mitarbeit mehren sich die eigenen Aufträge, die Projekte werden umfangreicher.

 

In den Jahren 1991-92 parallel dazu fachliche Reiseleitung exklusiver Gartenreisen für ein Schweizerisches Unternehmen als Leser-Reisen des Magazins „SCHÖNER WOHNEN’’ zu GÄRTEN DER MEDICI IN DER TOSCANA, INSELN UND GÄRTEN DER LAGUNE VON VENEDIG UND IM VENETO sowie – IM DUFT DER PROVENCE.

 

FREISCHAFFENDE LANDSCHAFTSARCHITEKTIN

 

1992- Eintragung in die Liste der Architektenkammer/ Hessen - ein Meilenstein.

DAS EIGENE BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR - im November 1993 - ein weiterer Meilenstein. Es geht auf und ab.

Kommilitonen unterstützen bei Arbeitsspitzen und trösten bei Flaute.

Aus Praktikanten und Teilzeitkräften werden erste Mitarbeiter. Die Auftragslage wird konstanter.

 

Dann plötzlich wieder ein Ruf aus Geisenheim !

 

DER ERSTE LEHRAUFTRAG- 1994 an der Fachhochschule Wiesbaden in Geisenheim. Vorlesung mit Seminar Gartenarchitektur im 3. Semester und in den folgenden Jahren weitere Lehraufträge zu Gartenarchitektur, flanzenkunde und Pflanzenverwendung.

 

Ab 1995 Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Friedrich Bartfelder – LandschaftsArchitekt – lehrt seit 1992 im Studiengang Landespflege, der ebenso einem Ruf aus Geisenheim folgend aus Berlin in den Rheingau kam.

 

Auch durch die Betreuung von Praktikanten und Diplomanden besteht ein enger beruflicher Kontakt zur Geisenheimer Landespflege und wird auch durch die Mitwirkung bei Exkursionen vertieft, wie z.B. in DAS DESSAUER GARTENREICH UND DIE WÖRLITZER PARKANLAGEN, DIE GÄRTEN DER TOSCANA, DEN CHIANTI UND NATURPARK MAREMMA.

 

Resumée:

 

Aus vielen Träumen wurde Wirklichkeit. Dazu haben viele beigetragen, im wesentlichen auch meine damaligen Lehrer aus dem Studiengang Landespflege und heutigen Kollegen. Mein Studium an der Fachhochschule in Geisenheim hat mir die solide Grundlage sowie die notwendige Motivation für den Start in meinen Wunschberuf mit auf den Weg gegeben.

Als freischaffende LandschaftsArchitektin mit eigenem Büro arbeite ich heute überwiegend mit „Ehemaligen“ aus Geisenheim zusammen, nicht nur an (Traum-)-Projekten, wie Schloss Vollrads, Schloss Hansenberg im Rheingau sondern auch im Rhein-Main Gebiet und bundesweit.

 

Auch nach 13 Berufsjahren bin ich weiterhin eine überzeugte Geisenheimerin!

 

Petra Bittkau

Dipl.-Ing. Landespflege

Geisenheimer Abschluss 1989