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In Vino Sanitas – Wein & Gesundheit


Foto: Lönarz

Wissenschaftlicher Vortrag an der Fachhochschule/Forschungsanstalt Geisenheim von Dr. Scholl ( Internist und Präventivmediziner in Rüdesheim)

 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Campus|aktiv , die die Forschungsanstalt und Fachhochschule gemeinsam mit dem Geisenheimer Alumniverband neu ins Leben gerufen hat, referierte Ende November der Internist und Präventivmediziner Dr. med. Johannes Scholl in einem kurzweiligen und sehr spannenden Vortrag über die Fragstellungen rund um das Thema „Wein & Gesundheit“.

 

Dr. Scholl wurde in Eltville geboren und ist in Kiedrich im Rheingau aufgewachsen. Er studierte Humanmedizin in Frankfurt am Main und konzentrierte sich nach seiner Facharztausbildung zum Internisten in München auf die Schwerpunkte Präventiv-, Ernährungs- und Sportmedizin. Seit 2001 leitet er Praxis für Präventivmedizin "Prevention First" in Rüdesheim am Rhein, in der er Gesundheits-Checkups durchführt, und ist gefragter Referent für Themen der vorbeugenden Medizin auf Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland.

 

Dr. Haupt, Präsident des Geisenheimer Alumni-Verbandes und Prof. Dr. Otmar Löhnertz, Dekan des Fachbereichs Geisenheim, begrüßten den Referenten in einem sehr gut gefüllten Hörsaal vor dem Auditorium mit der Fragestellen „Sind 20 g/l Alkohol das Limit, oder darf es mehr sein“, was sich natürlich viele Oenologen und Weinfreunde wünschen würden. Dr. Scholl gab in seinem 90-minütigen Vortrag umfassende Antworten auf viele interessante Frages t ellungen, die sich der gesundheitsbewusste Weinkonsument stellen wird. Ist die völlige Alkoholabstinenz gefährlich? Leben Weintrinker tatsächlich länger? Stimmt es, dass der moderate Weinkonsum vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt? Ist Wein gesünder als Bier oder Spirituosen? Hat Rotwein Vorteile gegenüber Weißwein? Welche Menge gilt als "moderat"?

 

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen: Der moderate Weinkonsum reduziert das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall und verlängert abhängig von der Höhe dieses Risikos auch die Lebenserwartung.

Als moderat gelten maximal ein Viertel Wein für eine Frau und zwei Viertel Wein für einen Mann, sofern diese Menge zum Essen getrunken wird. Beachtet werden sollten aber mögliche Krankheiten oder Probleme, die gegen einen auch geringen Alkoholgenuss sprechen können.

Die schützende Wirkung des Weinkonsums wird zum größten Teil durch den Alkohol selbst entfaltet. Wein enthält zusätzliche gesundheitsfördernde Substanzen, für die sich in Laborversuchen gefäßschützende und krebshemmende Effekte aufzeigen lassen. Dass Weintrinker in Vergleichstudien erheblich besser abschneiden als Bier- und Spirituosentrinker, liegt vor allem an ihrem gesünderen Lebensstil und ihren vernünftigeren Trinkgewohnheiten. Die theoretischen Vorteile von Rotwein gegenüber Weißwein sind für die Gesundheit von untergeordneter Bedeutung.

Der Wein ist ganz sicher kein Allheilmittel. Er passt aber sehr gut zu einem gesunden Lebensstil, der eine an die Küche der Mittelmeerländer angelehnte Ernährung mit reichlich frischem Obst, Salaten, Gemüse, Olivenöl und Fisch, das Nichtrauchen sowie regelmäßige körperliche Aktivität beinhaltet und damit alle präventiven Aspekte in sich vereint.

 

Nach vielen Publikumsfragen, die von Prof. Dr. Löhnertz moderiert wurde, endete die Veranstaltung nicht ohne ein Dankeschön an den Referenten – es gab drei Flaschen Rheingauer Wein- „…natürlich für die Gesundheit“, so der Alumni-Geschäftsführer Robert Lönarz. Der Dekan des Fachbereichs Geisenheim deutete weiterhin an, dass dieses Thema mit diesem Dozenten auch sicherlich eine gute Ergänzung bei der Ausbildung der Studierenden wäre. Bleibt zu hoffen, dass diese Veranstaltung eine regelmäßige Wiederholung finden könnte.

 

Der komplette Vortrag von Dr. Scholl kann unter der Internetadresse: www.preventionfirst.de  als PDF-Datei heruntergeladen werden.